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RDP-Verbindungen zentral verwalten: Die besten Tools für Windows Server im Vergleich

Wer mehr als eine Handvoll Windows Server betreut, kennt das Spiel: Für jeden Server eine eigene .rdp-Datei, Zugangsdaten irgendwo in einer Excel-Liste oder – noch schlimmer – im Kopf. Bei jedem Verbindungsaufbau Adresse eintippen, Benutzer eintippen, Passwort eintippen. Das kostet jeden Tag Minuten und ist auf Dauer nicht nur lästig, sondern auch ein Sicherheitsrisiko.

 

Die Lösung sind sogenannte RDP- oder Connection-Manager: Tools, die all deine Remote-Verbindungen samt Zugangsdaten an einem Ort bündeln, in Gruppen organisieren und auf Knopfdruck öffnen. In diesem Artikel zeige ich dir die fünf besten Lösungen – vom kostenlosen Microsoft-Klassiker bis zur Team-Lösung mit Tresor und Rechteverwaltung.

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Remote Desktop Connection Manager (RDCMan)
  2. mRemoteNG (Open Source)
  3. Royal TS (Royal Apps)
  4. Devolutions Remote Desktop Manager (RDM)
  5. MobaXterm
  6. Die Tools im Überblick
  7. Fazit

 

1. Remote Desktop Connection Manager (RDCMan) – Microsoft Sysinternals

Der RDCMan ist der Klassiker schlechthin und seit Ende 2021 wieder offiziell Teil der Sysinternals Suite von Microsoft. Kurze Geschichte: 2020 hatte Microsoft das Tool wegen einer Sicherheitslücke (CVE-2020-0765) eingestellt – inzwischen ist die Lücke geschlossen, das Tool wird gepflegt und liegt aktuell in Version 3.11 (Stand Ende 2025) vor. Wer es früher schätzte, kann es also bedenkenlos wieder einsetzen.

RDCMan organisiert Server in benannten Gruppen. Du kannst eine ganze Gruppe mit einem Klick verbinden oder trennen und siehst alle laufenden Sitzungen als Live-Thumbnails. Zugangsdaten werden zentral hinterlegt, an Untergruppen vererbt und verschlüsselt gespeichert – ändert sich ein Passwort, pflegst du es nur an einer Stelle.

  • Kostenlos und portabel (eine EXE, keine Installation nötig)
  • Installation auch per winget install Microsoft.Sysinternals.RDCMan
  • Gruppen, Sammelaktionen und Thumbnail-Übersicht aller Sitzungen
  • Zentrale, vererbbare und verschlüsselte Zugangsdaten

Einschränkungen: Reines RDP – kein SSH, VNC oder andere Protokolle. Unterstützt nur lokale und Domänenkonten, keine Microsoft-/Azure-AD-Konten. Kein Drag-and-drop-Dateitransfer zwischen lokal und remote.

Geeignet für: Windows 8.1 / Windows Server 2012 und höher – ideal in reinen Windows-/Active-Directory-Umgebungen.

RDCMan (Microsoft Sysinternals) – Download

 

2. mRemoteNG (Open Source)

mRemoteNG ist der beliebteste kostenlose Allrounder. Im Gegensatz zu RDCMan beschränkt es sich nicht auf RDP, sondern bündelt mehrere Protokolle in einer Oberfläche mit Tabs: RDP, VNC, SSH, Telnet, HTTP/HTTPS und mehr. Verbindungen werden in einer Baumstruktur organisiert, Einstellungen lassen sich vererben.

  • Open Source und kostenlos – auch für den gewerblichen Einsatz
  • Multiprotokoll: RDP, SSH, VNC, Telnet, HTTP(S) u. a.
  • Übersichtliche Tab- und Baumstruktur
  • Portabel nutzbar

Einschränkungen: Die Speicherung der Zugangsdaten galt in der Vergangenheit als Schwachpunkt – in sensiblen Umgebungen solltest du das Verbindungsdokument verschlüsseln und kein Klartext-Passwort ablegen. Die Entwicklung ist aktiv, neue Releases erscheinen aber unregelmäßig.

Geeignet für: Gemischte Umgebungen (Windows-Server und Linux-Maschinen oder Netzwerkgeräte), in denen ein kostenloses Multiprotokoll-Tool gefragt ist.

mRemoteNG – Offizielle Seite

 

3. Royal TS (Royal Apps)

Royal TS vom österreichischen Hersteller Royal Apps ist eine ausgereifte, professionelle Lösung. Das Besondere: Du kannst es im kostenlosen Shareware-Modus dauerhaft und ohne Zeitlimit nutzen – mit dem vollen Funktionsumfang, aber begrenzt auf 10 Verbindungen und 10 Anmeldedaten (ein geöffnetes Dokument). Das reicht für kleine Umgebungen und ist sogar für den kommerziellen Einsatz erlaubt. Wer mehr braucht, kauft eine dauerhafte Lizenz ab ca. 50 US-Dollar pro Nutzer.

Royal TS unterstützt RDP (inkl. Gateway- und Hyper-V-Funktionen), VNC, SSH, Telnet, S/FTP und sogar Web-Oberflächen mit automatischem Login. Dazu kommen ein sauberes Anmeldedaten-Management, Aufgaben-Automatisierung und Team-Sharing.

  • Voller Funktionsumfang schon in der kostenlosen Version (bis 10 Verbindungen)
  • Multiprotokoll inkl. RDP-Gateway und Hyper-V-Verwaltung
  • Komfortables, verschlüsseltes Anmeldedaten-Management
  • Plattformübergreifend: Windows, macOS, iOS, Android

Geeignet für: Profis und kleine Teams, die Komfort, Multiplattform-Zugriff und eine saubere Zugangsdatenverwaltung wollen.

Royal TS – Offizielle Seite

 

4. Devolutions Remote Desktop Manager (RDM)

Wenn aus „ein Admin, ein paar Server" ein Team mit Compliance-Anforderungen wird, ist der Remote Desktop Manager von Devolutions die richtige Liga. Es gibt eine kostenlose Einzelnutzer-Edition mit verschlüsseltem Tresor; die kostenpflichtigen Team- und Enterprise-Editionen heben das Ganze auf Unternehmensniveau.

RDM bündelt über 50 Protokolle und – das ist der entscheidende Unterschied – verbindet Verbindungsverwaltung mit echtem Zugangsdaten- und Berechtigungsmanagement: zentraler Tresor, rollenbasierte Rechte (RBAC), erzwingbare Zwei-Faktor-Authentifizierung, Audit-Logs und Anbindung an externe Passwort-Manager (z. B. Bitwarden oder Azure Key Vault).

  • Zentraler, verschlüsselter Tresor für das ganze Team
  • Rollenbasierte Rechte, MFA-Pflicht und Audit-Logs
  • Über 50 Protokolle in einer Oberfläche
  • Anbindung an bestehende Passwort-Manager

Geeignet für: Teams und Unternehmen, die Fernzugriffe zentral, nachvollziehbar und DSGVO-konform steuern müssen.

Devolutions Remote Desktop Manager – Offizielle Seite

 

5. MobaXterm

MobaXterm ist der Geheimtipp für alle, die viel zwischen Windows und Linux pendeln. Es packt einen X-Server, einen SSH-Client sowie RDP, VNC, FTP und Telnet in eine einzige, portable Anwendung. Im Alltag heißt das: SSH auf den Linux-Host, RDP auf den Windows-Server und ein integrierter SFTP-Browser – alles im selben Fenster.

  • Bündelt SSH, RDP, VNC, FTP & X-Server in einer EXE
  • Sehr stark im SSH-/Linux-Umfeld, mit Tabs und integrierten Tools
  • Portable Version verfügbar
  • Kostenlose Edition plus kostenpflichtige Professional-Version

Einschränkungen: Die kostenlose Edition ist u. a. bei der Anzahl gespeicherter Sitzungen und Tunnel limitiert. Der Fokus liegt klar auf SSH – als reiner RDP-Manager für viele Windows-Server ist es weniger komfortabel als die Spezialisten oben.

Geeignet für: Admins, die ständig zwischen Windows-RDP und Linux-/SSH-Systemen wechseln.

MobaXterm – Offizielle Seite

Aus dem Komfortthema wird schnell ein Sicherheitsthema
Sobald mehrere Leute mehrere Server betreuen, ist die Frage nicht mehr nur „Wie verbinde ich mich schneller?", sondern „Wer hat eigentlich Zugriff – und womit?". Verstreute .rdp-Dateien, geteilte Admin-Passwörter und Zugangsdaten in Excel sind ein klassisches Einfallstor. Genau hier richten wir Fernzugriffe sauber ein: zentral, verschlüsselt, mit Zwei-Faktor-Authentifizierung und nachvollziehbaren Berechtigungen. Mehr zu unserer IT-Systembetreuung →

 

Die Tools im Überblick

ToolKostenProtokollePlattformStärke
RDCMankostenlosRDPWindowsKlassiker für reine Windows-/AD-Umgebungen
mRemoteNGkostenlos (Open Source)RDP, SSH, VNC, Telnet u. a.WindowsBester kostenloser Multiprotokoll-Allrounder
Royal TSkostenlos bis 10 Verbindungen, danach ab ~50 $/NutzerRDP, SSH, VNC, S/FTP, WebWin, Mac, iOS, AndroidKomfort & Multiplattform
Devolutions RDMFree-Edition + kostenpflichtige Team-Tarife50+ ProtokolleWin, Mac, LinuxTeam, Tresor, RBAC, Audit
MobaXtermkostenlos + ProfessionalSSH, RDP, VNC, FTPWindowsSSH-/Linux-lastige Umgebungen

 

Fazit

Für reine Windows-Umgebungen ist der kostenlose RDCMan nach wie vor erste Wahl. Wer auch Linux-Server oder Netzwerkgeräte verwaltet, fährt mit mRemoteNG gut. Royal TS ist der Komfort-Tipp für Einzeladmins und kleine Teams, die plattformübergreifend arbeiten. Sobald es um zentrale, nachvollziehbare Zugriffsverwaltung im Team geht, führt am Devolutions Remote Desktop Manager kaum ein Weg vorbei. Und für SSH-lastige Mischumgebungen ist MobaXterm das Schweizer Taschenmesser.

So oder so gilt: Das Tool ist nur die halbe Miete. Entscheidend ist, dass Zugangsdaten nicht im Klartext herumliegen und Fernzugriffe sauber abgesichert sind.

 

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Häufige Fragen (FAQ)

  • Ist RDCMan noch sicher und wird es weiterentwickelt?

    Ja. Nach der Einstellung 2020 ist RDCMan seit Ende 2021 wieder Teil der Sysinternals Suite, die ursprüngliche Sicherheitslücke ist geschlossen. Die aktuelle Version 3.11 stammt aus dem Jahr 2025.

  • Welcher RDP-Manager ist der beste kostenlose?

    Für reines RDP in Windows-Umgebungen RDCMan. Wenn du auch SSH oder VNC brauchst, ist mRemoteNG der beste kostenlose Multiprotokoll-Manager. Royal TS ist bis 10 Verbindungen ebenfalls kostenlos.

  • Wie verwalte ich RDP-Zugangsdaten sicher?

    Speichere Passwörter nicht im Klartext in .rdp-Dateien oder Excel-Listen. Nutze ein Tool mit verschlüsseltem Tresor, kombiniere es mit einem Passwort-Manager und aktiviere – wo möglich – Zwei-Faktor-Authentifizierung. In Teams sollten Zugriffe rollenbasiert vergeben und protokolliert werden.

  • Kann ich RDP-Verbindungen im Team teilen?

    Ja. Royal TS und der Devolutions Remote Desktop Manager bieten geteilte Dokumente bzw. zentrale Tresore mit Berechtigungssteuerung, sodass Anmeldedaten vertraulich bleiben und trotzdem im Team nutzbar sind.