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Welche Geräte hängen im Netzwerk? Die besten Netzwerk-Scanner im Vergleich

Welche Geräte sind gerade im Netzwerk aktiv? Welche IP-Adresse hat der neue Switch, und welche Ports hat der Server da hinten eigentlich offen? Ob für die Netzwerk-Inventarisierung, die Fehlersuche nach einem Gerätetausch oder den Security-Audit – ein Netzwerk-Scanner liefert in Sekunden eine Übersicht aller erreichbaren Hosts.

In diesem Artikel vergleiche ich die vier gängigsten Tools – vom klickeinfachen Windows-Scanner bis zum mächtigen Kommandozeilen-Klassiker – und zeige, für welche Situation welches am besten passt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Advanced IP Scanner
  2. Angry IP Scanner
  3. SoftPerfect Network Scanner
  4. nmap
  5. DeviceShelf
  6. Windows-Bordmittel (arp & PowerShell)
  7. Die Tools im Überblick
  8. Fazit

1. Advanced IP Scanner

Advanced IP Scanner ist das wohl meistgenutzte Netzwerk-Scanner-Tool in Windows-Umgebungen – und das aus gutem Grund: Die Bedienung ist denkbar einfach. IP-Bereich eingeben, „Scannen" klicken, fertig. Das Ergebnis zeigt Hostname, IP-Adresse, MAC-Adresse und – sofern identifizierbar – den Hersteller des Netzwerkadapters. Per Rechtsklick auf einen Eintrag lässt sich direkt eine RDP-, HTTP- oder FTP-Verbindung öffnen oder ein Ping starten.

Hinter dem Tool steht Famatech, der Hersteller von Radmin (einer kommerziellen Remote-Access-Lösung). Advanced IP Scanner ist kostenlos und darf auch im gewerblichen Umfeld eingesetzt werden.

  • Sehr einfache Bedienung, ideal für den schnellen Überblick
  • Zeigt Hostname, IP, MAC und Hersteller
  • Direkter Start von RDP, HTTP, FTP und Ping per Rechtsklick
  • Portabel – läuft ohne Installation
  • Kostenlos auch im gewerblichen Einsatz

Einschränkungen: Nur für Windows verfügbar. Keine Port-Scans, keine Service-Erkennung. Für einfache IP-Inventur vollkommen ausreichend, für tiefergehende Netzwerkanalysen zu oberflächlich.

Geeignet für: Schnelle Netzwerk-Inventur in Windows-Umgebungen, IT-Administratoren ohne Vorkenntnisse in Netzwerktools.

Advanced IP Scanner – Download

2. Angry IP Scanner

Angry IP Scanner (kurz: ipscan) ist das plattformübergreifende Open-Source-Pendant. Es läuft auf Windows, Linux und macOS und ist dabei erstaunlich schnell: Der Scanner arbeitet multithreaded und pings mehrere Hosts parallel an. Das Ergebnis lässt sich in verschiedene Formate exportieren (CSV, TXT, XML) und per Plugins um weitere Spalten erweitern – z. B. um offene Ports oder den TTL-Wert.

  • Open Source (MIT-Lizenz), auch gewerblich kostenlos
  • Plattformübergreifend: Windows, Linux, macOS
  • Schnell durch paralleles Scannen
  • Export in CSV, XML, TXT
  • Erweiterbar durch Plugins (zusätzliche Spalten, Port-Listen)

Einschränkungen: Die Oberfläche wirkt etwas spartanisch. Für tiefgehende Port-Scans oder Service-Erkennung ist nmap die bessere Wahl. Für macOS oder Linux-Admins, die einen einfachen Scanner suchen, ist Angry IP Scanner jedoch eine solide Wahl.

Geeignet für: Gemischte Umgebungen, Cross-Platform-Teams, Admins, die Wert auf Open Source legen.

Angry IP Scanner – Offizielle Seite

3. SoftPerfect Network Scanner

SoftPerfect Network Scanner liegt eine Stufe über den beiden vorgenannten Tools: Er zeigt nicht nur IP, MAC und Hostname, sondern auch offene TCP/UDP-Ports, freigegebene Ordner, installierte Dienste und WMI-Informationen. Auf Wunsch führt er Remote-Befehle aus, startet Ping, Traceroute oder öffnet direkt die Admin-Freigabe eines Windows-Hosts.

Die Freeware-Version unterstützt bis zu 10 IP-Adressen gleichzeitig; für größere Netzwerke ist eine Lizenz (einmalig, ca. 30 US-Dollar) nötig.

  • Port-Scan und Service-Erkennung integriert
  • Zeigt freigegebene Ordner und WMI-Daten
  • Remote-Befehlsausführung direkt aus der GUI
  • Portabel, moderne Oberfläche
  • Freeware bis 10 IPs, danach günstige Einzellizenz

Geeignet für: Netzwerk-Audits mit detaillierter Service-Inventarisierung, IT-Admins die Windows-Freigaben und Ports ohne Kommandozeile scannen wollen.

SoftPerfect Network Scanner – Offizielle Seite

4. nmap

nmap ist der Goldstandard im Netzwerk-Scanning – und seit Jahrzehnten das Werkzeug, auf das sich Security-Professionals und Penetrationstester verlassen. Es erkennt nicht nur erreichbare Hosts und offene Ports, sondern kann auch Betriebssysteme identifizieren, Dienst-Versionen ermitteln und über das Nmap Scripting Engine (NSE) vollautomatische Sicherheits-Tests ausführen.

nmap ist Open Source und läuft auf Windows, Linux und macOS. Wer lieber eine grafische Oberfläche nutzt, greift zu Zenmap, dem offiziellen GUI-Frontend. Die Kommandozeilen-Variante lässt sich gut in Shell-Skripte oder CI/CD-Pipelines integrieren.

 

# Alle Hosts im Subnetz finden + OS-Erkennung
nmap -sn 192.168.1.0/24

# Offene Ports + Dienste + Versions-Erkennung
nmap -sV -p 22,80,443,3389 192.168.1.0/24
  • Port-Scan, OS-Fingerprinting, Service-Version-Erkennung
  • NSE-Scripts für Schwachstellen-Checks
  • Plattformübergreifend, vollständig Open Source
  • Zenmap als grafisches Frontend verfügbar
  • Ideal für Security-Audits und Penetrationstests

Einschränkungen: nmap-Scans – insbesondere mit OS-Erkennung oder aggressiven Optionen – können von Firewalls oder IDS-Systemen als Angriff gewertet werden. Immer nur in Netzwerken scannen, für die du eine ausdrückliche Genehmigung hast.

Geeignet für: Security-Audits, Penetrationstests, Infrastruktur-Inventarisierung mit Service-Details; unverzichtbar für IT-Sicherheitsverantwortliche.

nmap – Offizielle Seite

5. DeviceShelf

Nachtrag vom Oktober 2026: Diesen Abschnitt habe ich nach einem Hinweis des Entwicklers ergänzt. Die Angaben stammen vom Hersteller, einen eigenen Test habe ich noch nicht gemacht.

DeviceShelf ist ein Netzwerk-Scanner für Windows, macOS und Linux, der über die Momentaufnahme hinausgeht. Er zeigt jedes Gerät mit Hersteller, Gerätetyp, offenen Ports und den Diensten dahinter, führt einen Verlauf und meldet, wenn ein neues Gerät ins Netz kommt.

Für die Betreuung von Kundennetzen gibt es eine Server-Edition (Docker, .deb-Paket oder Windows-Dienst), die rund um die Uhr scannt und per E-Mail, ntfy oder Webhook alarmiert. Ein Konto ist nicht nötig, die Daten bleiben im eigenen Netz.

  • Läuft auf Windows, macOS und Linux
  • Hersteller, Gerätetyp, offene Ports und Dienste je Gerät
  • Meldet neue Geräte und führt einen Verlauf der Änderungen
  • Server-Edition für den Dauerbetrieb mit Alarmierung
  • Kein Konto nötig, Daten bleiben lokal

Einschränkungen: Kostenpflichtig – nach sieben Tagen Testzeit einmalig 59 € für alle Plattformen (Stand Oktober 2026).

Geeignet für: Alle, die ein Netz nicht nur einmal scannen, sondern dauerhaft im Blick behalten wollen – etwa IT-Dienstleister mit mehreren Kundennetzen.

DeviceShelf – Offizielle Seite

6. Windows-Bordmittel (arp & PowerShell)

Ohne jedes Zusatztool liefert arp -a die aktuell gecachten ARP-Einträge – also alle Geräte, mit denen der lokale Rechner kürzlich kommuniziert hat. Das ist kein vollständiger Netzwerk-Scan, gibt aber einen schnellen ersten Überblick. Mit PowerShell lässt sich ein einfacher Ping-Sweep über das ganze Subnetz automatisieren:

 

1..254 | ForEach-Object {
    $ip = "192.168.1.$_"
    if (Test-Connection -ComputerName $ip -Count 1 -Quiet) {
        [PSCustomObject]@{IP=$ip; Host=(Resolve-DnsName $ip -ErrorAction SilentlyContinue).NameHost}
    }
} | Format-Table -AutoSize
  • Kein Download, keine Installation, keine Lizenzfrage
  • arp -a zeigt gecachte Hosts sofort
  • PowerShell-Sweep individuell anpassbar und skriptierbar

Einschränkungen: Kein Port-Scan, keine MAC-Hersteller-Auflösung, deutlich langsamer als spezialisierte Tools. Hosts, die auf ICMP-Pings nicht antworten, bleiben unsichtbar.

Geeignet für: Den schnellen ersten Check ohne installierbares Tool – besonders auf eingeschränkten Systemen oder in der ersten Fehlersuche.

Netzwerk-Inventar als Grundlage – nicht als Einmalaufgabe
Ein Scan zeigt dir, was heute im Netzwerk hängt. Was er nicht zeigt: das unbekannte Gerät, das sich letzte Woche eingeloggt hat und seitdem still kommuniziert. Ein vollständiges Netzwerk-Inventar ist kein einmaliges Projekt, sondern Teil eines laufenden Prozesses – mit gepflegter Dokumentation, definierten Baselines und Alarmen bei unbekannten Geräten. Mehr zu unserer IT-Systembetreuung →

Die Tools im Überblick

ToolPlattformPort-ScanTiefeKosten
Advanced IP ScannerWindowsneinBasis (IP, MAC, Host)kostenlos (auch gewerblich)
Angry IP ScannerWin, Linux, MaceinfachBasis + Pluginskostenlos, Open Source
SoftPerfectWin, MacjaPorts, Dienste, WMIFreeware bis 10 IPs, dann ~30 $
nmapWin, Linux, Macja (umfassend)sehr tief (OS, Versionen, Scripts)kostenlos, Open Source
DeviceShelfWin, Linux, MacjaPorts, Dienste, Verlauf, Alarme7 Tage Test, dann 59 € einmalig
BordmittelWindowsneinminimalkostenlos, eingebaut

Fazit

Für die tägliche schnelle Inventur in Windows-Umgebungen ist Advanced IP Scanner kaum zu schlagen – einfach, portabel, kostenlos. Wer plattformübergreifend oder auf Open-Source-Basis arbeitet, nimmt Angry IP Scanner. Sobald Port-Scans und Service-Details gefragt sind, kommt SoftPerfect Network Scanner ins Spiel. Für ernsthafte Security-Audits und Penetrationstests führt kein Weg an nmap vorbei. Die Bordmittel helfen im Notfall ohne jede Installation.

Wichtig: Netzwerk-Scanner zeigen den Ist-Zustand zum Zeitpunkt des Scans. Für ein aktuelles, lückenloses Inventar braucht es regelmäßige Scans – am besten automatisiert und mit Benachrichtigung bei unbekannten Geräten.

Genau an dieser Stelle setzt DeviceShelf an: Der Scanner führt einen Verlauf und meldet neue Geräte von sich aus.

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Ein Scan zeigt den Ist-Zustand – was er nicht zeigt, ist das Gerät, das sich letzte Woche still eingeloggt hat. Wir betreuen Netzwerke proaktiv: mit gepflegtem Inventar, definierten Baselines und automatischen Alarmen bei unbekannten Geräten.

Häufige Fragen (FAQ)

  • Darf ich nmap in meinem Firmennetzwerk einsetzen?

    Ja – in Netzwerken, für die du die Verantwortung trägst oder eine ausdrückliche Genehmigung hast. nmap-Scans, insbesondere mit OS-Erkennung oder aggressiven Optionen, können von IDS-Systemen als Angriff gewertet werden. In fremden Netzwerken ist der Einsatz ohne Erlaubnis illegal.

  • Warum findet Advanced IP Scanner nicht alle Geräte?

    Geräte, die auf ICMP-Pings nicht antworten (z. B. wegen Firewall-Regeln), werden von einfachen Ping-Scannern nicht gefunden. nmap kann in solchen Fällen mit TCP-SYN-Scans (-PS) mehr Hosts aufspüren. Außerdem muss der Scan-Bereich den tatsächlichen IP-Adressbereich des Netzwerks abdecken.

  • Wie finde ich heraus, welcher Hersteller hinter einer MAC-Adresse steckt?

    Advanced IP Scanner und SoftPerfect Network Scanner lösen die ersten drei Bytes der MAC-Adresse (den OUI-Teil) automatisch auf und zeigen den Hersteller an. Alternativ gibt es freie OUI-Datenbanken im Web, z. B. von IEEE, wo du jede MAC-Adresse manuell nachschlagen kannst.

  • Wie oft sollte ich mein Netzwerk scannen?

    In aktiv verwalteten Netzwerken empfiehlt sich ein regelmäßiger Scan – mindestens wöchentlich, in sicherheitssensiblen Umgebungen täglich. Abweichungen vom bekannten Inventar (neue, unbekannte Geräte) sollten automatisch gemeldet werden, bevor sie zum Problem werden.